Ukrainische Kriegsflüchtlinge zu Gast in Alt Meteln

Seit gut einen Monat hat unsere Kirchengemeinde neun Flüchtlinge aus der Ukraine in der Pfarrscheune von Alt Meteln aufgenommen und betreut. Eine Familie z.B., die aus vier Erwachsenen und drei Kinder besteht. Sie sind alle mit einem normalen PKW über 2.000 km von einem Ort nahe Kiew in Deutschland angekommen und waren mehrere Tage unterwegs, weil auch in der Ukraine oft schon am späten Nachmittag Sperrstunden galten. Nur Inna, eine der jungen Frauen, hat erst seit zwei Jahren die Fahrerlaubnis und sie ist diese ganze Strecke alleine gefahren. Die Ehemänner sind in der Heimat geblieben. Einige Tage später sind dann über Pastoren-Kollegen von mir zwei weitere Frauen vermittelt worden. Sie sind nach den ersten Bombennächten aus Kiew geflohen und  haben die schlimmen Ereignisse auf dem Bahnhof der Hauptstadt miterlebt. Sie standen 18 Stunden lang im Zug ohne Toiletten und unter katastrophalen Bedingungen. Danach nochmal sieben Stunden „Warten“ an der Grenze zu  Polen. In Polen konnten sie einige Tage ausruhen, bevor sie dann weiter nach Deutschland gereist sind. Sie alle wurden hier unterstützt von einem aktiven Kreis Ehrenamtlicher aus Schwerin und Alt Meteln. Die Kinder besuchten die Schule Lübstorf und die Pfadfinder in Groß Trebbow. Nun konnten Wohnungen in Wismar gefunden werden, wo sie demnächst einziehen werden. Ehrenamtliche haben auch Fahrräder gespendet, wie überhaupt viele Menschen mitgeholfen und z.B. Matratzen zur Verfügung gestellt haben. Ärzte halfen ebenfalls ganz unkompliziert. Regelmäßig fanden in unserer Kirche Friedensgebete statt und es gab sehr intensive Momente mit den ukrainischen Gästen, auch im Gottesdienst.

Text und Fotos: Pastor Markus Seefeld

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